Aligner für Erwachsene: was sie leisten und was sie kosten
Der häufigste Wunsch Erwachsener – und die Frage, wofür er trägt.
Die meisten Erwachsenen, die sich kieferorthopädisch beraten lassen, kommen mit einem Wunsch: gerade Zähne, ohne dass man es sieht. Aligner sind darauf die naheliegende Antwort – für einen Teil der Befunde.
Wofür sie gut passen
Leichter bis mittlerer Engstand der Frontzähne, kleine Lücken, einzelne gekippte Zähne, ein Rückfall nach einer früheren Behandlung. Das sind genau die Befunde, mit denen Erwachsene typischerweise kommen – und sie sind mit Schienen gut zu behandeln.
Wo es enger wird
Ausgeprägte Bissfehlstellungen, stark gedrehte Zähne, größere Lückenschlüsse und alles, was Bewegung in der Höhe verlangt. Hier ist die feste Spange im Vorteil – auch die innen geklebte, die ebenfalls unsichtbar ist.
Worauf zu achten ist
Vor jeder Behandlung gehören eine Untersuchung, ein Röntgenbild und ein Blick auf das Zahnfleisch. Eine unbehandelte Parodontitis schließt die Zahnbewegung aus – wer sie übergeht, beschleunigt den Knochenabbau. Von Angeboten, bei denen der Abdruck zu Hause genommen und nie eine Praxis betreten wird, rät die Fachwelt ab.
Kosten
Bei Erwachsenen trägt die gesetzliche Krankenkasse nicht. Der Betrag hängt von der Zahl der Schienen ab, also vom Umfang der Korrektur; eine Behandlung nur der Frontzähne kostet deutlich weniger als eine des ganzen Bogens. Verbindlich wird die Zahl mit dem schriftlichen Kostenplan vor Beginn.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Aligner passen gut zu leichtem Engstand, kleinen Lücken und Rückfällen nach früherer Behandlung.
- Bei ausgeprägten Bissfehlstellungen, starken Drehungen und Höhenbewegungen ist die feste Spange im Vorteil.
- Vor jeder Behandlung stehen Untersuchung, Röntgenbild und der Blick auf das Zahnfleisch. Eine unbehandelte Parodontitis schließt die Behandlung aus.
- Bei Erwachsenen zahlt die gesetzliche Krankenkasse nicht. Der Preis hängt an der Zahl der Schienen.
Kurz beantwortet
Häufig gestellte Fragen
Bei einer Korrektur der Frontzähne oft sechs bis zwölf Monate, bei umfangreicheren Befunden auch zwei Jahre. Die Zahl der Schienen steht am Anfang fest – und damit die geplante Dauer.
Die Zähne kommen der Planung nicht hinterher, und irgendwann passt die nächste Schiene nicht mehr. Dann muss neu gescannt und neu geplant werden – das kostet Zeit und je nach Vereinbarung auch Geld.
Die Fachgesellschaften raten davon ab. Ohne Röntgenbild lässt sich nicht beurteilen, wie viel Knochen die Zähne trägt und ob eine Wurzel geschädigt ist. Eine Zahnbewegung ohne diese Kenntnis ist ein Risiko, das der Patient allein trägt.
Ja, genauso wie nach einer festen Spange. Der Rückfall hängt nicht an der Art der Behandlung, sondern am Gewebe. Ohne Retainer wandern die Zähne zurück.