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Offener Biss: wenn die Zähne beim Zubeißen nicht zusammenkommen

Man beißt zu – und vorn bleibt ein Spalt. Die Ursache liegt meist nicht an den Zähnen.

Beim offenen Biss berühren sich die Zahnreihen beim Zubeißen nicht überall. Meist bleibt vorn ein Spalt: Man kann nicht abbeißen, ohne nachzuhelfen. Seltener bleibt die Lücke seitlich.

Die Ursache liegt selten an den Zähnen

Der offene Biss ist fast immer Folge einer Gewohnheit oder einer Funktion. Langes Daumenlutschen hält die Zähne mechanisch auseinander. Ein Zungenpressen beim Schlucken – die Zunge legt sich zwischen die Zahnreihen statt an den Gaumen – wirkt Hunderte Male am Tag. Auch dauernde Mundatmung verändert die Zungenlage.

Warum das behandelt wird

Abbeißen gelingt nicht mehr richtig; die Last verlagert sich auf die Seitenzähne, die dadurch überlastet werden. Auch die Aussprache leidet, vor allem bei S- und Z-Lauten. Und solange die Ursache besteht, kommt jede Korrektur zurück.

Erst die Ursache, dann die Zähne

Deshalb beginnt die Behandlung nicht mit der Spange, sondern mit dem Abstellen der Gewohnheit: Lutschentwöhnung, myofunktionelle Übungen für Zunge und Lippen, bei Mundatmung die Abklärung beim HNO-Arzt. Erst danach wird die Zahnstellung korrigiert – sonst hält sie nicht.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Beim offenen Biss berühren sich die Zahnreihen beim Zubeißen nicht – meist vorn, seltener seitlich.
  • Die Ursache liegt fast immer in einer Gewohnheit: Daumenlutschen, Zungenpressen beim Schlucken, dauernde Mundatmung.
  • Abbeißen gelingt nicht mehr, die Seitenzähne werden überlastet, die Aussprache leidet bei S- und Z-Lauten.
  • Ohne Abstellen der Ursache kommt jede Korrektur zurück. Deshalb steht die Funktionsbehandlung vor der Zahnbewegung.

Kurz beantwortet

Häufig gestellte Fragen

Wenn die Ursache früh wegfällt – etwa das Daumenlutschen mit vier Jahren endet – kann sich ein leichter offener Biss im Milchgebiss noch schließen. Besteht die Gewohnheit weiter oder liegt ein Zungenpressen vor, geschieht das nicht.

Ein Übungsprogramm für Zunge, Lippen und Wangen, meist von Logopäden begleitet. Ziel ist, dass die Zunge beim Schlucken und in Ruhe am Gaumen liegt statt zwischen den Zähnen. Sie ersetzt keine Zahnspange, aber ohne sie hält das Ergebnis oft nicht.

Abbeißen ist erschwert – viele schneiden oder reißen das Essen stattdessen. Kauen funktioniert über die Seitenzähne, die dadurch allerdings mehr tragen, als sie sollten.

Der Teil, der die Ursache abstellt, dauert Monate und hängt von der Mitarbeit ab. Die anschließende Zahnkorrektur liegt im üblichen Rahmen von ein bis drei Jahren. Der offene Biss gilt als eine der Fehlstellungen mit dem höchsten Rückfallrisiko.