Retainer: fest oder herausnehmbar?
Der eine wirkt immer. Der andere nur, wenn man daran denkt.
Nach der Behandlung wandern die Zähne zurück, wenn nichts sie hält. Beide Retainerarten tun das – auf verschiedene Weise und mit verschiedenen Nachteilen.
Der feste Retainer
Ein dünner Draht, innen auf die Frontzähne geklebt. Dafür: wirkt rund um die Uhr, ohne Mitarbeit; man vergisst ihn nicht; unsichtbar. Dagegen: unter ihm bildet sich leichter Zahnstein, die Reinigung mit Zahnseide oder Bürstchen ist Pflicht; löst er sich einseitig, kann er einzelne Zähne verschieben; er hält nur die Zähne, auf denen er klebt.
Die herausnehmbare Schiene
Eine durchsichtige Schiene, meist nachts getragen. Dafür: leicht zu reinigen, hält den ganzen Bogen einschließlich der Seitenzähne, lässt sich ersetzen. Dagegen: wirkt nur, wenn sie getragen wird; geht verloren; wird mit den Jahren gern „vergessen“.
Was die Praxis meist macht
Beides. Ein fester Retainer für die Frontzähne – die Stelle, an der der Rückfall am sichtbarsten wäre – und zusätzlich eine Schiene für die Nächte, die auch die Seitenzähne einschließt. Das ist keine doppelte Vorsicht, sondern deckt zwei verschiedene Bereiche ab.
Wer wovon mehr hat
Wer weiß, dass er eine nächtliche Schiene nach zwei Jahren nicht mehr anfassen wird, ist mit dem festen Retainer besser bedient. Wer zu Zahnstein neigt oder die Reinigung unter dem Draht nicht zuverlässig hinbekommt, mit der Schiene.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Der feste Retainer wirkt rund um die Uhr ohne Mitarbeit – verlangt dafür tägliche Reinigung mit Zahnseide oder Bürstchen.
- Die Schiene hält den ganzen Bogen einschließlich der Seitenzähne, wirkt aber nur, wenn sie getragen wird.
- Die meisten Praxen setzen beides ein: Draht vorn, Schiene für die Nacht.
- Ein einseitig gelöster Draht kann Zähne verschieben – das ist schlechter als gar kein Retainer.
Kurz beantwortet
Häufig gestellte Fragen
Der feste, weil er nicht vergessen werden kann. Er hält aber nur die Zähne, auf denen er klebt – meist die sechs Frontzähne. Für den ganzen Bogen braucht es die Schiene.
Die ersten ein bis zwei Jahre durchgehend. Danach geht die Fachwelt von einer dauerhaften Stabilisierung aus, wenn das Ergebnis halten soll. Ein fester Draht bleibt deshalb oft einfach liegen.
Er ist in der Regel eine private Leistung, auch nach einer Kassenbehandlung. Der Betrag gehört vor Behandlungsbeginn in den Kostenplan – zusammen mit der Frage, wer einen Ersatz zahlt, wenn er verloren geht.
Nach wenigen Tagen nicht mehr. Die Zunge liegt an der Innenseite an und gewöhnt sich schnell. Anfangs fällt er auf, später vergessen ihn die meisten – was genau der Sinn ist.