Tiefbiss: wenn die oberen Schneidezähne die unteren verdecken
Normal ist eine Überlappung von etwa einem Drittel. Wird daraus mehr, beginnt der Verschleiß.
Beim Zubeißen überdecken die oberen Schneidezähne die unteren normalerweise etwa zu einem Drittel. Verdecken sie mehr als die Hälfte, spricht man von einem Tiefbiss; im ausgeprägten Fall beißen die unteren Schneidezähne in den Gaumen.
Was daraus folgt
Die unteren Schneidezähne reiben von innen an den oberen – der Schmelz verliert an Substanz, die Zähne werden kürzer und empfindlicher. Beißen sie in den Gaumen, entsteht dort eine chronische Reizung. Hinzu kommt, dass ein tiefer Biss die Bewegungsfreiheit des Unterkiefers einschränkt und das Kiefergelenk belasten kann.
Wie behandelt wird
Die Front muss hoch, oder die Seitenzähne müssen heraus – meist beides in Maßen. Im Wachstum lässt sich das über das Anheben der Seitenzähne gut steuern, bei Erwachsenen wird die Front gezielt eingeordnet. Eine feste Spange ist hier in der Regel nötig, weil einzelne Zähne in der Höhe bewegt werden müssen – genau das können herausnehmbare Apparaturen und Aligner am schlechtesten.
Häufig in Gesellschaft
Der Tiefbiss tritt oft zusammen mit einem vergrößerten Überbiss auf. Beides hat dieselbe Grundlage: einen Unterkiefer, der im Verhältnis zum Oberkiefer zu weit hinten liegt.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Normal ist eine Überlappung von etwa einem Drittel. Mehr als die Hälfte gilt als Tiefbiss.
- Die unteren Schneidezähne reiben von innen an den oberen – der Schmelz geht verloren, die Zähne werden kürzer.
- Im ausgeprägten Fall beißen die unteren Schneidezähne in den Gaumen und reizen ihn dauerhaft.
- Behandelt wird mit fester Spange: Zähne müssen in der Höhe bewegt werden, und das können Aligner am schlechtesten.
Kurz beantwortet
Häufig gestellte Fragen
Gefährlich nicht, aber verschleißend. Der Abrieb an den Schneidezähnen ist nicht umkehrbar; verlorener Schmelz wächst nicht nach. Je früher der Biss geordnet wird, desto weniger Substanz geht verloren.
Weil die unteren beim Zubeißen an der Innenfläche der oberen entlangschleifen. Bei einem tiefen Biss geschieht das bei jedem Schlucken – etwa tausendmal am Tag. Das summiert sich über Jahre.
Begrenzt. Das Anheben der Front und das Herausbewegen der Seitenzähne sind Bewegungen in der Höhe, und dort sind Schienen im Nachteil. Leichte Tiefbisse lassen sich behandeln, ausgeprägte brauchen in aller Regel eine feste Spange.
Es sind zwei verschiedene Maße: der Überbiss misst nach vorn, der Tiefbiss nach unten. Sie treten oft gemeinsam auf, weil beiden derselbe Grund zugrunde liegt – ein zu weit hinten liegender Unterkiefer.