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Gaumennahterweiterung: den Oberkiefer weiten

Ein Millimeter pro Woche – und ein Zeitfenster, das sich schließt.

Der Oberkiefer besteht aus zwei Hälften, die in der Mitte durch die Gaumennaht verbunden sind. Bei Kindern und Jugendlichen ist diese Naht noch nicht verknöchert. Genau das nutzt die Gaumennahterweiterung: Eine Apparatur drückt die Hälften auseinander, der Spalt füllt sich mit neuem Knochen.

Wann sie angezeigt ist

Bei einem zu schmalen Oberkiefer – erkennbar an einem Kreuzbiss, an Platzmangel oder an einem hohen, spitzen Gaumen. Häufig steht dahinter eine dauernde Mundatmung: Wenn die Zunge nicht am Gaumen liegt, formt sie ihn nicht von innen.

Der Ablauf

Die Apparatur wird an den oberen Backenzähnen befestigt. In der Mitte sitzt eine Schraube, die zu Hause täglich ein Stück gedreht wird – meist ein Viertel bis eine halbe Umdrehung, nach Anweisung der Praxis. Die aktive Phase dauert zwei bis vier Wochen. Danach bleibt die Apparatur noch etwa ein halbes Jahr liegen, damit der neue Knochen aushärtet.

Was Eltern erwartet

Ein Druckgefühl hinter der Nase beim Drehen, manchmal kurz tänzelnde Zähne. Und eine sichtbare Lücke zwischen den oberen Schneidezähnen – sie ist das Zeichen, dass es funktioniert, und schließt sich innerhalb weniger Wochen von selbst. Viele Kinder berichten zudem, dass sie besser durch die Nase atmen.

Das Zeitfenster

Nach der Pubertät verwächst die Gaumennaht. Dann ist eine Weiterung nur noch mit chirurgischer Unterstützung möglich. Das ist einer der Gründe, warum bei Kreuzbiss nicht abgewartet wird.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Gaumennaht ist bei Kindern noch offen. Eine Apparatur drückt die Oberkieferhälften auseinander, der Spalt füllt sich mit Knochen.
  • Angezeigt bei zu schmalem Oberkiefer: Kreuzbiss, Platzmangel, hoher spitzer Gaumen.
  • Aktive Phase zwei bis vier Wochen, danach bleibt die Apparatur ein halbes Jahr zur Aushärtung.
  • Nach der Pubertät ist die Naht verwachsen – dann geht es nur noch mit chirurgischer Unterstützung.

Kurz beantwortet

Häufig gestellte Fragen

Beim Drehen entsteht ein Druck hinter der Nase, der nach Minuten nachlässt. Schmerzen im eigentlichen Sinn sind selten. Wenn ein Kind stärker klagt, kann die Schraube langsamer gedreht werden – fragen Sie in der Praxis nach.

Sie ist erwünscht und das sichtbare Zeichen, dass sich die Naht öffnet. Sie schließt sich nach dem Ende der aktiven Phase innerhalb weniger Wochen von selbst, weil die Fasern zwischen den Zähnen die Kronen wieder zusammenziehen.

In der Regel die Eltern, nach genauer Anweisung und meist mit einem Schlüssel, der in der Praxis mitgegeben wird. Wichtig ist, den Plan einzuhalten: jeden Tag zur selben Zeit, und nichts nachholen, wenn ein Tag ausgefallen ist – nachfragen.

Bei vielen Kindern ja, weil die Weiterung des Oberkiefers auch den Nasenboden verbreitert. Eine Therapie der Nasenatmung ist sie damit nicht – liegt eine Ursache im Rachen, gehört sie zusätzlich abgeklärt.