Unsichtbare Zahnspange: Aligner und was sie können
Kaum sichtbar, herausnehmbar – und nicht für jeden Befund geeignet.
Aligner sind durchsichtige Schienen aus Kunststoff, die über die Zahnreihe gezogen werden. Jede Schiene ist minimal anders geformt als die Zahnstellung, die gerade vorliegt; dieser Unterschied erzeugt den Druck. Alle ein bis zwei Wochen wird auf die nächste gewechselt.
Was dafür spricht
Sie fallen im Gespräch kaum auf. Sie werden zum Essen herausgenommen, es gibt also keine Einschränkung bei der Nahrung. Und die Zahnpflege bleibt unverändert möglich – das ist der größte praktische Vorteil gegenüber der festen Spange, weil die weißen Flecken durch liegengebliebenen Belag hier nicht entstehen.
Wo die Grenzen liegen
Schienen umfassen die Zahnkrone, sie greifen nicht an ihr an. Zähne zu drehen, sie in der Höhe zu bewegen oder größere Lücken körperlich zu schließen, gelingt ihnen schlechter als einer festen Spange. Aufgeklebte Hältchen aus Kunststoff – Attachments – erweitern den Spielraum, heben die Grenze aber nicht auf.
Die Mitarbeit entscheidet
22 Stunden am Tag. Das ist keine Empfehlung, sondern die Voraussetzung, unter der die Planung gerechnet ist. Wer die Schiene regelmäßig länger herauslässt, verschiebt den ganzen Ablauf – und irgendwann passt die nächste Schiene nicht mehr.
Zu den Markennamen
Es gibt mehrere Anbieter von Alignersystemen; ein bekannter Name steht oft stellvertretend für das ganze Verfahren. Entscheidend ist nicht das System, sondern wer plant. Von Aligner-Angeboten ohne kieferorthopädische Untersuchung, bei denen der Abdruck zu Hause genommen wird, rät die Fachwelt ab: Ohne Röntgenbild und Befund lässt sich nicht beurteilen, ob eine Zahnbewegung überhaupt vertretbar ist.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Aligner sind durchsichtige Schienen, die alle ein bis zwei Wochen gewechselt werden. Jede ist minimal anders geformt als der Ist-Zustand.
- 22 Stunden am Tag sind die Voraussetzung, nicht die Empfehlung. Darunter geht die Planung nicht auf.
- Drehungen, Höhenbewegungen und größere Lückenschlüsse gelingen ihnen schlechter als einer festen Spange.
- Von Angeboten ohne Untersuchung und Röntgenbild, mit Abdruck zu Hause, rät die Fachwelt ab.
Kurz beantwortet
Häufig gestellte Fragen
Kaum sichtbar trifft es besser. Aus der Nähe und bei bestimmtem Licht erkennt man die Schiene, besonders die aufgeklebten Attachments. Im Gespräch fallen sie den meisten nicht auf.
Für leichte bis mittlere Korrekturen, vor allem im Frontbereich: Engstand, Lücken, gekippte Zähne. Ausgeprägte Bissfehlstellungen, starke Drehungen und Bewegungen in der Höhe sind ihre Schwachstelle.
Sie sind eine private Leistung, auch bei Kindern und Jugendlichen mit Kostenübernahme – die Kasse trägt die Regelversorgung, nicht die Schiene. Der Betrag hängt von der Zahl der Schienen ab und steht im Kostenplan vor Beginn.
Zum Essen werden sie herausgenommen, danach werden die Zähne geputzt und die Schiene wieder eingesetzt. Getrunken werden darf mit Schiene nur Wasser – gezuckerte oder heiße Getränke schaden dem Zahn darunter oder verformen den Kunststoff.