Der erste Termin beim Kieferorthopäden: was passiert
Angesehen, gemessen, besprochen – behandelt wird an diesem Tag noch nicht.
Der erste Termin dient der Einschätzung, nicht der Behandlung. Es wird nichts geklebt und nichts eingesetzt. Wer das weiß, geht ruhiger hin – und das Kind auch.
Was geschieht
Ein Gespräch über den Anlass, Vorerkrankungen und Gewohnheiten. Dann die Untersuchung: Zahnstellung, Verzahnung beim Zubeißen, Beweglichkeit des Unterkiefers, Kiefergelenke. Häufig folgen Abdrücke oder ein digitaler Scan, Fotos von Gesicht und Gebiss und ein Übersichtsröntgenbild.
Und danach
Aus den Unterlagen entsteht die Diagnose und, wenn behandelt werden soll, der Behandlungsplan mit der KIG-Einstufung, der voraussichtlichen Dauer und den Kosten. Er geht an die Krankenkasse. Erst nach deren Genehmigung beginnt die Behandlung – das dauert einige Wochen.
Wie Sie Ihr Kind vorbereiten
Sagen Sie, was passiert, und lassen Sie Verneinungen weg. „Das tut nicht weh“ bringt erst auf den Gedanken, dass es wehtun könnte. Besser: „Heute schaut sich jemand deine Zähne genau an und macht Bilder davon.“ Und versprechen Sie nichts, was Sie nicht wissen – etwa, dass es keine Spange geben wird.
Was Sie mitbringen
Versichertenkarte, vorhandene Röntgenbilder vom Hauszahnarzt, eine Liste der Medikamente und Hinweise auf Allergien. Und Ihre Fragen – aufgeschrieben, sonst fallen sie einem auf dem Parkplatz wieder ein.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Der erste Termin dient der Einschätzung. Es wird nichts geklebt und nichts eingesetzt.
- Erstellt werden Abdrücke oder ein Scan, Fotos und meist ein Übersichtsröntgenbild.
- Aus den Unterlagen entsteht der Behandlungsplan, der erst von der Krankenkasse genehmigt werden muss.
- Kinder vorbereiten ohne Verneinungen: sagen, was passiert, statt zu versichern, dass nichts wehtut.
Kurz beantwortet
Häufig gestellte Fragen
Nein. Es wird nichts operiert und keine Narkose gegeben. Ein normaler Termin, zu dem man satt und ausgeruht kommt.
Für eine Behandlungsplanung ja. Ohne Bild weiß niemand, welche Zähne angelegt sind, wo sie liegen und wie viel Knochen sie trägt. Vorhandene Aufnahmen vom Hauszahnarzt können mitgebracht werden und ersparen eine neue.
Meist 30 bis 60 Minuten, je nachdem, ob Abdrücke und Bilder gleich mitgemacht werden. Die Besprechung des fertigen Plans ist oft ein zweiter, kürzerer Termin.
Die Untersuchung ist bei gesetzlich Versicherten eine Kassenleistung. Zusatzleistungen – etwa eine dreidimensionale Aufnahme oder ein digitaler Scan statt Abdrücken – können privat berechnet werden und gehören vorher besprochen.