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Wenn sich die Zähne nach der Zahnspange wieder verschieben

Kein Behandlungsfehler, sondern Biologie – und der Grund, warum es den Retainer gibt.

Nach dem Abnehmen der Spange stehen die Zähne an neuer Stelle. Das Gewebe, das sie hält, ist aber gedehnt und zieht zurück. Der Knochen baut sich in Monaten um, die elastischen Fasern im Zahnfleisch erinnern sich Jahre. Ohne Gegenhalt wandern die Zähne zurück – das ist keine Ausnahme, sondern der Normalfall.

Wo es am ehesten passiert

An den unteren Schneidezähnen. Sie sind der klassische Ort für den Rückfall – und zugleich der Ort, an dem sich auch ohne jede vorherige Behandlung im Lauf des Lebens ein Engstand bildet, typischerweise zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Beides überlagert sich.

Was den Rückfall wahrscheinlicher macht

Ein Befund, dessen Ursache weiterbesteht – etwa ein Zungenpressen, das nach der Behandlung unverändert weiterläuft. Eine sehr starke Drehung, die zurückgedreht wurde. Ein offener Biss, der als der rückfallfreudigste Befund gilt. Und: kein oder ein zu früh aufgegebener Retainer.

Was hilft

Der Retainer, und zwar länger als früher gedacht. Die Fachwelt geht heute davon aus, dass eine dauerhafte Stabilisierung nötig ist, wenn das Ergebnis dauerhaft halten soll. Ein fester Draht, der einfach liegen bleibt, ist deshalb oft die praktikabelste Lösung.

Wenn es schon passiert ist

Eine leichte Nachkorrektur ist oft mit wenigen Alignerschienen möglich – deutlich weniger Aufwand als die ursprüngliche Behandlung. Wichtig ist, danach den Retainer zu tragen; sonst wiederholt sich alles.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Nach der Behandlung ziehen gedehnte Fasern die Zähne zurück. Ohne Retainer ist das der Normalfall.
  • Am häufigsten betroffen sind die unteren Schneidezähne – dort entsteht auch ohne Behandlung im Lauf des Lebens ein Engstand.
  • Rückfallfreudig sind fortbestehende Ursachen, starke Drehungen und der offene Biss.
  • Eine leichte Nachkorrektur gelingt oft mit wenigen Alignerschienen – danach aber Retainer tragen.

Kurz beantwortet

Häufig gestellte Fragen

Nein. Er ist die zu erwartende Reaktion des Gewebes. Ein Fehler wäre es, nicht darauf hinzuweisen oder keinen Retainer vorzusehen.

Die ersten Veränderungen können innerhalb von Wochen auftreten, besonders im ersten Jahr. Danach verlangsamt es sich, hört aber nicht auf.

In aller Regel nicht. Eine abgeschlossene kieferorthopädische Behandlung wird nicht zweimal übernommen. Nachkorrekturen sind eine private Leistung.

Lassen Sie den Zustand ansehen. Häufig ist die Veränderung geringer als befürchtet, und ein neuer Retainer hält das, was noch steht. Wo es schon deutlich gewandert ist, ist eine kurze Nachkorrektur die Alternative.